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[German] - Psychoanalyse und Neuro-Doping: Das Arsenal der Hirnforschung
"1 | Hans J. Markowitsch: Freuds Comeback - Wie die Hirnforschung die Psychoanalyse bestätigt Sendung: 23.04.2006, SWR Harte Naturwissenschaftler stehen Freuds Psychoanalyse eher skeptisch gegenüber. Doch dieser Skeptizismus ist unbegründet: Die modernen Neurowissenschaften konnten zentrale Prinzipien von Freuds Theorie bestätigen. Hans J. Markowitsch, Professor für physiologische Psychologie an der Universität Bielefeld, zeigt die Schnittstellen zwischen Psychoanalyse und Hirnforschung und erläutert die Gemeinsamkeiten an vier zentralen Thesen der Psychoanalyse: Die Umwelt beeinflusst das Individuum, es ist nicht determiniert (1). Erfahrungen aus Kindheit und Jugend sind prägend für unser späteres Leben (2). Unser Verhalten ist wesentlich durch Unbewusstes und Vorbewusstes bestimmt (3). Für die Erinnerung, insbesondere die Rekonstruktion der eigenen Lebensgeschichte sind Emotion und Kognition gleichermaßen entscheidend (4). 2 | Thomas Metzinger: Das manipulierte Bewusstsein - Die Gefahren der Neurowissenschaften und die Möglichkeiten der neuen Ethik Sendung: 22.08.2004, SWR Bald wird uns die Wissenschaft vom Gehirn nicht nur zeigen, wie sich Abläufe - und damit Bewusstseinszustände - in unserem Kopf erklären lassen. Neuro-Arznei, ja Neuro-Doping wird das Mentale manipulierbar machen. Solche Eingriffsmöglichkeiten der modernen Neurowissenschaften in das Bewusstsein machen eine Reflektion der ethischen Implikationen notwendig. Dabei geht es nicht nur um neue Forschungsethik, sondern um eine Bewusstseinsethik. Welche Bewusstseinszustände sind illegal, welche sollen gefördert werden? Was ist überhaupt ein guter Bewusstseinszustand? Diese Einschätzung der Erlebnisformen wäre die Fragestellungen einer neuen Bewusstseinskultur. Auch die Behandlung von Tieren gehört in diesen Problembereich, denn zweifellos besitzen sie eine Leidensfähigkeit. Dürfen wir ihnen Bewusstseinszustände zufügen, die nur unserer Gattung dienen? Die größten Anforderungen an eine Bewusstseinskultur entspringen jedoch unseren neuen medialen Umwelten, d.h. den Zuständen, die durch technische Mittel induziert sind. Metzinger plädiert für eine interdisziplinäre, an praktisch-kritischer Rationalität orientierte Kultur."
Hans J. Markowitsch, Thomas Metzinger (Author), Hans J. Markowitsch, Thomas Metzinger (Narrator)
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[German] - Tätergehirne: Zwei Originalvorträge
"1 | Hans J. Markowitsch: Tätergehirne - Über die Neurologie des Verbrechens Sendung: 30.03.2008, SWR2, Redaktion: Ralf Caspary Hört man in den Medien von Menschen, die etwas Ungeheuerliches getan haben, die etwa Mehrfachmörder sind, stellt sich die Frage, was eigentlich aus einem Menschen ein triebgesteuertes, brutales Wesen macht. Ist es die Umwelt oder die neurologische Disposition? Sind bestimmte Hirnstörungen ursächlich für kriminelles Verhalten? Heute versucht man mit neuen bildgebenden Verfahren, das Innere des Gehirns anschaulich zu machen, und manche Hirnforscher meinen, sie könnten anhand des neurologische Befundes voraussagen, ob aus einem Jugendlichen mit einer bestimmten neurologischen Störung im Erwachsenenalter ein Krimineller werden wird. Es gebe dazu mittlerweile genügend Kenntnisse über die Funktion und Anatomie des Verbrechergehirns. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, sagt der Bielefelder Hirnforscher Professor Hans J. Markowitsch. Zwar steuert das Gehirn unser Verhalten, allerdings prägen Umwelteinflüsse wiederum die neurologischen Strukturen. Das nennt man Neuroplastizität. Hans J. Markowitsch stellt dar, warum aus normalen Menschen Mörder werden können. 2 | Hans J. Markowitsch: Das Ich und seine Vergangenheit - Wie funktioniert das Gedächtnis? Sendung: 21.08.2005, SWR2, Redaktion: Ralf Caspary Das Gedächtnis verbindet Einzelphänomene zu einem Ganzen. Hätten wir diese Bindekraft nicht zur Verfügung, wäre alles, was uns widerfährt, immer wieder neu und unbekannt - Mitmenschen, Dinge, Ereignisse. Erst durch diese Eigenschaft unseres Gehirns konstituieren wir uns als Personen mit einer Biografie, zudem gelingt es uns, Verstandenes und Gelerntes zu behalten und anzuwenden. Es liegt auf der Hand, dass diese Fähigkeit evolutionär von großem Vorteil war, um Feinde wieder identifizieren zu können, um zu wissen, welche Pflanzen schmackhaft, welche giftig sind. Hans J. Markowitsch erläutert, welche Instanzen und Regionen in unserem Gehirn welchen Dienst für uns leisten und was passiert, wenn sie gestört sind. Entscheidend dabei ist, dass unser Gehirn nicht wie ein Archiv funktioniert, in dem alles genau so abgespeichert ist, wie wir etwas erlebt haben, wir vielmehr mit den Inhalten unseres Gedächtnisses arbeiten, sie beim Erinnern neu interpretieren und verändern."
Hans J. Markowitsch (Author), Hans J. Markowitsch (Narrator)
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